Der Oberbarnimer Kulturverein wurde 25 Jahre

Viele Vereine unserer Kurstadt feierten in den zurückliegenden Monaten Gründungsjubiläen. Sie alle haben das kulturelle Miteinander und hervorragende künstlerische Leistungen über Jahrzehnte gefeiert. Völlig zu Recht.

Aber wenn man als Kulturverein erst am 11. April 1990 gegründet wurde, gar nicht gemeinsam auf der Bühne musiziert, singt, spielt oder tanzt? Was kann man da zum 25. Geburtstag erwähnen?

Gab es Träume, sind sie realisierbar oder gar wahr geworden?

Die Entwicklung und Erschließung des Oberbarnimer Kreises mit seiner spezifischen Kultur und Landschaft für die Bürger und Gäste und dem besonderen Stellenwert der Stadt Bad Freienwalde und deren Entwicklung zur Kur- und Badestadt mit überregionaler Bedeutung ist Hauptanliegen unseres Zusammenschlusses.

Künstler und Kulturschaffende um Hildegard und Siegfried Schumacher sowie Rose-Marie und Otto Schack hatten sich bereits im Spätherbst des Jahres 1989 zusammengetan und beraten, wie Kultur und Kunst in der neuen gesellschaftlichen Situation sich weiter gestalten, sich weiter entwickeln könnte. Bei Künstlern stieß diese Idee auf Interesse und offene Ohren. Es wurde beschlossen, einen Kultur- und Fremdenverkehrsverein zu gründen. Eingeladen wurde zum 11. April 1990. Es kamen ca. 50 Interessierte, von denen 27 Personen ihren sofortigen Beitritt erklärten. Diese wählten ihren künftigen Vorstand: Hans-Joachim Mechelke (Vorsitzender); Siegfried Schumacher (Stellv. Vorsitzender); Hans-Peter Trömel (Stellvertreter und Schriftführer); Angelika Griebenow (Schatzmeisterin); Elfriede Behrens (Arbeitskreis Fremdenverkehr); Ingrid Linke (Arbeitskreis Kultur); Monika Blum und Klaus-Peter Wilberg.

Nachdem sich nach vielen Bemühungen gezeigt hatte, dass einem Fremdenverkehrsverein die Gemeinnützigkeit versagt würde, wurde in der Mitgliederversammlung am 19. Juni 1990 die Namensänderung in Oberbarnimer Kulturverein ( kurz OKV genannt) und das neue Statut beschlossen. Eigentlich sahen wir bereits zu diesem Zeitpunkt, dass wir unser Hauptaugenmerk auf die Förderung von Kunst und Kultur und die Heimatverbundenheit, auf die Bewahrung und Vermittlung von heimatlichen Werten legen würden, nicht auf den Tourismus als Kommerz. So erfolgte die Eintragung des OKV in das Vereinsregister beim Amtsgericht Bad Freienwalde am 20. Juni 1990 unter Nr. 4. Aus persönlichen Gründen legte Hanjo Mechelke zu unserem großen Bedauern im Januar 1991 sein Amt nieder. Als neuen Vorsitzenden wählte die Hauptversammlung Siegfried Schumacher. Er wurde 1996 von Ingrid Linke abgelöst, die 15 Jahre lang den Vorsitz innehatte. Seit 2012 ist Marco Büchel der neue Vorsitzende.

Viele wichtige Aufgaben waren da und mutig gingen unsere – damals 28 Mitglieder, heute sind es über 70 – zu Werke. Am 3. Oktober 1990, dem Tag der deutschen Einheit, an dem Bad Freienwalde mit Bad Pyrmont den Städtepartnerschaftsvertrag in der Konzerthalle unterzeichnete, eröffneten wir mit Unterstützung der Stadtverwaltung die „Oberbarnim-Information“ am Markt.

Wir sammelten Material über die „Kapelle“ im Kurviertel und die „Ruine“ auf dem Weinberg und wir bemühten uns um Fördermittel und Spenden für die Wiederherstellung dieser wichtigen Aussichtspunkte der Stadt. Parallel dazu liefen unsere Aktivitäten für die Instandsetzung des Bismarckturmes und des Aussichtsturmes.

Darüber hinaus wollten wir aber auch unsere eigene inhaltliche Arbeit leisten. Die Idee der Foyergespräche in der Konzerthalle nahm immer sichtbarere Formen an. Im März 1992 war es dann so weit. Das 1. Foyergespräch “Freienwalder Kulturtraditionen der jüngeren Zeit“ gestaltete Peter Trömel. Es war keine Eintagsfliege. Seit dem gibt es monatlich ein Foyergespräch in der Konzerthalle zu künstlerischen, historischen, touristischen oder sehr aktuellen Themen. Im Juni 2010 fand das 212. Foyergespräch mit Oberforstmeister i.R. Paul Hauenschild zum Thema „Alle brauchen den Wald, braucht der Wald auch uns?“ Das nunmehr 266. Foyergespräch fand im November 2015 zum Thema "Honig" statt. Gestaltet wurde es von Torsten Neufert vom Anglerheim Lebus. Bereits seit 1999 kocht er regelmäßig in der Konzerthalle, die Besucher können probieren und sich auch den ein oder anderen Tipp abschauen.

Am 3. Oktober 1993 wurde die Kapelle der Öffentlichkeit als Wanderziel übergeben. Für die Instandsetzung der Wanderwege zur Kapelle hatte der Verein für Bildung und Qualifizierung in hervorragender Weise gesorgt. Ein knappes Jahr später, am 13. August 1994, wurde die Rekonstruktion des Bismarckturmes abgeschlossen. Die gesamte Betreuung des Turmes liegt in den Händen des OKV. Zum 100. Geburtstag des Bismarckturmes 1995 gab es dort das erste große Fest, das Stadtverwaltung und OKV gemeinsam organisierten und das sich einige Jahre am 1. Wochenende im September als „Rapunzelfest“ großer Beliebtheit erfreute. Aus organisatorischen und Sicherheitsgründen wurde der Veranstaltungsort dann verlegt.

Im Oktober 1995 wurden auch die Bauarbeiten am Aussichtsturm beendet. Das beliebte Ausflugsziel wurde für einen Tag geöffnet und dann in die Obhut des OKV übergeben, der seit 1996 beide Türme betreut.

Zu dem schuf der OKV auf Anregung von Conrad Philipps den „Geschichtsstubben“ am Bismarckturm und übergab ihn kurz vor Pfingsten 1996 der Öffentlichkeit. Die steinigen Überreste der alten Askanierburg, der Bismarckturm und der Geschichtsstubben geben vom Geschehen über Jahrhunderte Auskunft.

Angeregt durch die Pyrmonter Initiative hatte die Stadtverwaltung Freienwalde im Herbst 1995 eine Arbeitsgruppe Städtepartnerschaft gebildet. Die Bildung des Bad Pyrmonter Städtepartnerschaftsvereins stieß hier auf reges Interesse. Nach reiflicher Überlegung, mehreren Diskussionen und Beratungen kam die Arbeitsgruppe zu dem Ergebnis, keinen neuen Verein zu gründen (wegen der Formalitäten), sondern einen eigenständig arbeitenden „Freundeskreis Städtepartnerschaft“ im Oberbarnimer Kulturverein zu bilden.

Die bestehenden Kontakte und gemeinsamen Veranstaltungen sind seither mit Hilfe der Stadtverwaltung und großer Unterstützung vieler Freienwalder Vereine sehr engagiert, ideenreich und im freundschaftlichen Zusammenwirken mit dem Bad Pyrmonter Städtepartnerschaftsverein von unseren Mitgliedern gepflegt und weiterentwickelt worden.

Um die Konzerthalle am Leben zu halten, übernahm der OKV am 01.01.1999 die Aufgabe, Veranstaltungen in der Konzerthalle zu organisieren und durchzuführen. Das Haus selbst blieb in der Verantwortung der Stadt. Dies war ein völlig neues Aufgabengebiet und es wurde ohne Vorlauf angefangen. Es gab keine Veranstaltungsplanung, keine Programme, keine Künstlerverträge und kein Stammpublikum. Zum Glück konnte Frau Linke, die damalige Vorsitzende, von ihrem reichen Schatz an Erfahrungen profitieren. Da sie jahrelang im Bereich Kultur verantwortlich tätig war. Trotzdem musste man sich in die neuen Aufgaben wie Künstlerverhandlungen, Werbung, Veranstaltungs-dienste etc. erst einarbeiten. Nun sind schon 16 Jahre vergangen und Dank der ehrenamtlichen Arbeit des OKV erfreut sich die Konzerthalle großer Beliebtheit.

Seit 2009 befindet sich unter dem Dach des OKV auch die Jugendweihe. Dazu wurde innerhalb des Vereins das "Team Jugendweihe" gebildet. Auch bei den Jugendlichen soll damit das Interesse für Heimatliebe, Kultur und Städtepartnerschaft gefördert werden.